Gadus morhua

Kabeljau

Das Kaltwasser-Schwergewicht von Nordsee, Ostsee und norwegischer Küste.

Der Kabeljau – an der Ostsee Dorsch genannt – ist der prägende Fisch des nordischen Meeresangelns: ein großmäuliger Grundfisch mit Bartel aus kaltem, tiefem Wasser, der Europa seit tausend Jahren ernährt. Für Angler bedeutet er Brandungsnächte im Winter, Bootstouren über Wracks und Riffe und die Hoffnung auf einen Fisch über 10 kg vor Norwegen. Im Mittelmeer und in der Adria fehlt er – für unsere Region ist er ein Reisefisch.

Dorsch · Ostseedorsch · Skrei · Winterkabeljau · Nordseedorsch · Cod · Torsk

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name
Gadus morhua
Familie
Gadidae
Lebensraum
Meer, Brackwasser
Typische Größe
40–80 cm
Maximale Größe
200 cm · 96 kg
Nahrung
Raubfisch
Am aktivsten
Morgendämmerung, Tag, Abenddämmerung, Nacht
Laichzeit
Januar, Februar, März, April
Beste Angelmethoden
Grund, Spinnfischen
Beste Monate
  1. Jan
  2. Feb
  3. Mär
  4. Apr
  5. Mai
  6. Jun
  7. Jul
  8. Aug
  9. Sep
  10. Okt
  11. Nov
  12. Dez

So erkennen Sie ihn

Ein schwerer, hochrückiger Fisch mit großem Kopf, vorstehendem Oberkiefer, einer einzelnen, deutlichen Kinnbartel und drei getrennten Rückenflossen sowie zwei Afterflossen – die klassische Dorschsilhouette. Die Färbung richtet sich nach dem Grund: grünlich oder sandbraun über Sand, rotbraun über Kraut und Fels, stets mit dichten dunklen Sprenkeln, heller, gebogener Seitenlinie und weißem Bauch. Der Schellfisch trägt einen schwarzen „Daumenabdruck“ über der Brustflosse und eine schwarze Seitenlinie; Pollack und Köhler haben eine winzige oder keine Bartel und ein gestreckteres, dunkleres Profil. Die Quappe ist sein einziger Verwandter im Süßwasser und teilt die einzelne Kinnbartel.

Wo er lebt

Kabeljau leben im gesamten Nordatlantik von der Biskaya und der Nordsee bis Island, Grönland und Nordnorwegen; in der Ostsee lebt ein eigener, brackwassertoleranter Bestand. Als Kaltwasserfische fühlen sie sich bei 2–10 °C am wohlsten und kommen von wenigen Metern Tiefe in der Winterbrandung bis über 200 m am Schelf vor. Angler treffen sie über rauem Grund: Wracks, Riffe, Tangkanten, Muschelbänke, Rinnen zwischen Sandbänken und die tiefen Löcher vor Felsspitzen. Im Sommer stehen sie meist draußen im tiefen, kühlen Wasser; im Herbst und Winter ziehen sie unter Land, und an der norwegischen Küste werden große Fische das ganze Jahr von den Felsen gefangen. Fjordmündungen und Strömungskanten über hartem Grund sind erste Wahl.

Saison und Verhalten

Kabeljau laichen von Januar bis April im tiefen Wasser; der berühmte Skrei-Zug bringt die laichreifen Fische im Spätwinter an die nordnorwegische Küste. Für Brandungsangler sind Herbst und Winter die Saison: Von Oktober bis März folgen die Fische dem abkühlenden Wasser unter Land und fressen Krebse, Würmer, Muscheln und Kleinfische, die der Sturm aufwühlt – ein kräftiger auflandiger Wind und eine danach angetrübte, sich beruhigende See sind die klassische Dorschtide. Vom Boot werden Wracks und Riffe von Frühjahr bis Herbst befischt, wenn die Fische tiefer stehen. Kabeljau fressen rund um die Uhr, beißen aber am besten bei wenig Licht und laufender Strömung, vom Strand aus nach Einbruch der Dunkelheit. Sie sind Opportunisten mit riesigem Maul und schlucken fast jeden Köder am Grund.

Angelmethoden

Vom Ufer ist das Brandungsangeln Standard: eine 3,6–4,5 m lange Brandungsrute, ein Krallenblei von 100–170 g und eine Pulley- oder Clip-Montage mit Haken der Größe 2/0–4/0; weite Würfe helfen, doch Dorsche fressen oft direkt in der Brandung vor Ihren Füßen, also beide Distanzen befischen. Vom Boot ist das Pilken – ein 100–500 g Pilker wird dicht über dem Grund gejiggt – die klassische Methode in Norwegen und auf der Nordsee, meist mit zwei oder drei farbigen Gummimakks oder Twistern als Beifänger darüber. Über flacheren Riffen fangen große Gummifische von 15–25 cm an 40–150 g Jigköpfen, langsam über den Grund geführt, heute oft besser als der Pilker. Geflochtene Schnur von 0,20–0,30 mm liefert die nötige Bisserkennung und den Anhieb in der Tiefe; ein kräftiges Fluorocarbon- oder Monovorfach schützt vor Abrieb.

Brandungsangeln mit Pulley-MontagePilken vom BootGroße Gummifische am schweren JigkopfDriftangeln über Wracks und RiffenSpinnfischen vom Ufer mit schweren Jigs

Köder und Kunstköder

Kabeljau fressen fast alles: Wattwurm und Seeringelwurm, Butterkrebs, Miesmuschel, Schwertmuschel, Tintenfisch und Fischfetzen sind die Klassiker vom Strand, und ein Cocktail aus Wurm mit Tintenfischspitze ist der Winterköder schlechthin. Große Köder fangen große Fische – ein ganzer Tintenfisch oder ein Makrelenfilet am 4/0-Haken ist nicht zu viel. Vom Boot imitieren Pilker in Silber, Rot-Schwarz oder Chartreuse mit Gummimakks Hering und Sandaal, und große Schaufelschwanz-Shads in Rot, Orange oder Motoröl fangen, wenn die Fische grundnah stehen. In trübem Wasser zählt Geruch, also den Köder frisch halten.

Wattwurm und SeeringelwurmButterkrebsMies- und SchwertmuschelTintenfischMakrelen- oder HeringsfiletPilker 100–500 gGummimakks und Twister als BeifängerGroße Schaufelschwanz-Shads (15–25 cm)

Tipps vom Ufer

  1. 01Gehen Sie am ersten ruhigen Tag nach einem auflandigen Sturm an den Strand, solange die See noch trüb und voll aufgewühlter Nahrung ist.
  2. 02Vom Ufer eine Rute auf Weite und eine direkt hinter die Brandung – Winterdorsche fressen oft innerhalb von 30 m.
  3. 03Große Köder und große Haken verwenden; ein Dorschmaul schluckt einen ganzen Tintenfisch, kleine Köder locken kleine Fische.
  4. 04Vom Boot den Pilker auf Grund fallen lassen, 1–2 m anheben und wieder absinken lassen – die meisten Bisse kommen in der Absinkphase.
  5. 05Einen leuchtenden Gummimakk oder Twister als Beifänger über den Pilker hängen; Dorsche nehmen den Beifänger oft vor dem Pilker.
  6. 06Geflochtene Hauptschnur ist in der Tiefe Pflicht – mit Mono spüren Sie in 50 m weder den Biss noch setzen Sie den Anhieb.
  7. 07Prüfen Sie die aktuellen Regeln, bevor Sie einen Fisch entnehmen; die Dorschregelungen ändern sich in mehreren Ländern jedes Jahr.

Vorschriften

Die Kabeljaubestände werden streng bewirtschaftet, und die Regeln für Angler ändern sich häufig: Mehrere Länder und Seegebiete setzen Mindestmaße, Tagesfanglimits, Schonzeiten während der Laichzeit oder sogar ein vollständiges Entnahmeverbot für bestimmte Bestände, und einige Meeresschutzgebiete sind ganz gesperrt. Da sich die Bestimmungen je nach Land, Seegebiet und Jahr unterscheiden, prüfen Sie immer die aktuell gültigen Regeln für die konkrete Küste. Shoalmap zeigt in der App die Regeln für jedes Gewässer.

Wo man Kabeljau fängt

Gewässer, in deren Shoalmap-Angelbericht Kabeljau genannt wird.

Mehr Kabeljau-Gewässer in der App finden

Verwandte Arten

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kabeljau und Dorsch?

Es ist dieselbe Art, Gadus morhua. In der Ostsee und bei jungen Fischen spricht man traditionell vom Dorsch, in der Nordsee und im Handel meist vom Kabeljau. Biologisch gibt es keinen Unterschied, wohl aber getrennte Bestände mit eigenen Regeln.

Wo kann man in Europa Kabeljau angeln?

In der Nordsee, der Ostsee, der Irischen See, an den Atlantikküsten Großbritanniens, Irlands und Frankreichs und vor allem in Norwegen, wo Fjorde und Küstenriffe die größten Fische liefern. Im Mittelmeer und in der Adria kommt er nicht vor.

Wann ist die beste Zeit für Kabeljau?

Vom Ufer Herbst und Winter – Oktober bis März –, wenn das abkühlende Wasser die Fische unter Land bringt, besonders nach einem Sturm. Vom Boot fangen Wracks und Riffe von Frühjahr bis Herbst, und Nordnorwegen ist im Spätwinter am besten, wenn der Skrei kommt.

Welcher Köder ist der beste für Kabeljau?

Vom Strand Wattwurm oder Seeringelwurm mit Tintenfischspitze; für große Fische ganzer Tintenfisch, Butterkrebs oder ein Makrelenfilet. Vom Boot ein Pilker mit Gummimakk-Beifängern oder ein großer Gummifisch am schweren Jigkopf, grundnah geführt.

Wie groß werden Kabeljau?

Vom Ufer gefangene Dorsche messen meist 40–60 cm; vom Boot sind in Norwegen 60–80 cm normal, und alles über 10 kg gilt als kapital. Kabeljau können 150 cm und 40–50 kg überschreiten; als historisches Maximum werden rund 96 kg genannt.

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Shoalmap durchsucht jedes Gewässer mit Bericht in Ihrer Umgebung nach Kabeljau, bewertet die heutigen Fangchancen und zeigt die geltende Schonzeit und das Mindestmaß.

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Die Angelinformationen stammen aus öffentlichen Quellen und KI-gestützter Recherche und sind nur Anhaltspunkte. Prüfen Sie vor dem Angeln immer die aktuellen örtlichen Vorschriften.

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