Meeraal
Das nachtaktive Schwergewicht von Felsküsten, Hafenmauern und Wracks.
Der Meeraal ist das Schwergewicht des Angelns an Felsküsten und Wracks: ein dicker, schuppenloser, muskelbepackter Räuber, der tagsüber in seinem Loch sitzt, nachts jagt und Längen und Gewichte erreicht, an die kein anderer Küstenfisch unserer Meere heranreicht. Er zieht mit brutaler Kraft rückwärts in sein Versteck und verlangt das stärkste Gerät, das ein Uferangler besitzt.
Conger · Congeraal · Seeaal · Gemeiner Meeraal · Europäischer Meeraal · Conger-Aal
Steckbrief
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So erkennen Sie ihn
Ein langer, walzenförmiger, schuppenloser Körper, deutlich dicker und muskulöser als beim Europäischen Aal, oben schiefergrau bis dunkelbraun, unten hellgrau bis cremefarben. Die Rückenflosse beginnt direkt hinter den Brustflossen – also weit vorn – und läuft ohne Unterbrechung in Schwanz- und Afterflosse über; alle Flossen tragen einen dunklen Saum. Der große Kopf hat ein breites Maul mit kräftigen, dicht stehenden Zähnen, und der Oberkiefer steht leicht über den Unterkiefer vor; beim Europäischen Aal ist der Unterkiefer länger. Die Augen sind groß und rund. Kleine Meeraale kann man mit Aalen verwechseln, doch die vorn ansetzende Rückenflosse, die fehlenden Schuppen und die schiere Masse klären den Fall.
Wo er lebt
Meeraale leben an Felsküsten, Riffen, Hafenmauern, Molen, Stegen und vor allem an Wracks, von der Gezeitenzone bis in Tiefen von über 1.000 m. Sie sind Höhlenbewohner: Jeder Fisch hat seinen Unterschlupf in einer Felsspalte, unter einem Block, im Rumpf eines Wracks oder zwischen den Betonblöcken einer Mole und entfernt sich selten weit davon. Jungfische und kleinere Adulte stehen im flachen Wasser über Fels und in Häfen, die größten Exemplare dagegen auf tiefen Wracks und Riffen vor der Küste. Die Art kommt im gesamten Mittelmeer und in der Adria sowie im Ostatlantik von Norwegen bis Westafrika vor, fast immer über hartem Grund, und dringt gelegentlich in Flussmündungen und Brackwasserlagunen vor.
Saison und Verhalten
Der Meeraal ist ein nachtaktiver Lauerjäger, der nach Einbruch der Dunkelheit sein Loch verlässt, um Fische, Kraken, Kalmare, Sepien und Krabben zu jagen, und sich dann mit der Beute rückwärts in die Deckung zurückzieht. Fangen kann man ihn das ganze Jahr, doch vom Ufer läuft es am besten vom späten Frühjahr bis in den Herbst, wenn das Wasser warm ist und ruhige Nächte lange Ansitze auf Felsen und Molen erlauben; das Wrackangeln vom Boot bringt auch im Herbst und Winter Fische. Die ersten zwei Stunden nach der Dämmerung und die Stunde vor dem Morgengrauen sind die besten; leichte Dünung und leicht getrübtes Wasser helfen. Meeraale laichen nur einmal im Leben, im Sommer, wandern dafür in sehr tiefes Wasser des Atlantiks und Mittelmeers und sterben danach; in Küstennähe laichen sie nie.
Angelmethoden
Das ist schweres Grundangeln. Von Felsen, Molen und Stegen fischen Sie mit einer kräftigen Rute, einer robusten Multirolle oder großen Stationärrolle und starker Hauptschnur (0,50 mm Mono oder dicke Geflochtene), mit Laufbleimontage und einem kurzen, extrem abriebfesten Vorfach aus 0,80–1,00 mm Mono oder Stahl, denn die Zähne und die raue Haut des Congers zerschneiden alles Dünnere. Große Haken (6/0–10/0) halten ganze Köder. Das Blei hängt an einer Sollbruchstelle, damit bei einem Hänger das Blei abreißt und nicht der Fisch verloren geht. Bremse fest zu, früh anschlagen und den Fisch sofort mit Pumpen von seinem Loch wegziehen – hat sich ein Meeraal mit dem Schwanz um einen Fels gewickelt, kommt er selten wieder heraus. Vom Boot lassen Sie die Köder vor Anker oder in langsamer Drift senkrecht auf Wracks und Riffe hinab. Nehmen Sie eine lange Lösezange und ein dickes Tuch mit; das Abhaken ist der gefährlichste Teil.
Köder und Kunstköder
Meeraale jagen mit der Nase, deshalb sind frische, ölige und blutige Köder der Schlüssel. Eine ganze Makrele oder ein Makrelen-Flapper ist der Klassiker, dicht gefolgt von Kalmar, Sepia und einem großen Filet von frischem Fisch; Krakenarm und ganze Sardine sind Mittelmeer-Favoriten. Die Köder sollten groß sein – ein halber Fisch oder ein ganzer kleiner – und müssen oft erneuert werden, weil Krabben sie schnell abnagen. Kunstköder nimmt der Conger höchstens zufällig, und alter, aufgetauter Köder bringt weit weniger Bisse als ein am selben Tag gefangener Fisch.
Tipps vom Ufer
- 01Angeln Sie die ersten zwei Stunden nach Einbruch der Dunkelheit in einer ruhigen Nacht – dann verlassen die Meeraale ihre Löcher.
- 02Hängen Sie das Blei an eine Sollbruchstelle, damit auf rauem Grund das Blei verloren geht und nicht der Fisch.
- 03Geben Sie dem Fisch ein paar Sekunden mit lockerer Schnur, dann hart anschlagen und ohne Pause pumpen – nie zurück ins Loch lassen.
- 04Nehmen Sie ein kurzes Vorfach aus 0,80–1,00 mm Mono oder Stahl; Zähne und raue Haut des Congers ruinieren dünne Vorfächer.
- 05Meeraale am Vorfach hochheben oder mit dem Kescher landen, nie mit der Hand am Kopf greifen.
- 06Mit einer langen Zange abhaken oder das Vorfach nah am Haken kappen – ein Conger-Biss ist ernst, und der Fisch beißt noch lange nach der Landung.
- 07Frischer Köder schlägt gefrorenen; eine am selben Nachmittag gefangene Makrele ist zehn aufgetaute wert.
Vorschriften
Der Meeraal ist eine Meeresart und fällt damit unter die Regeln für das Meeresangeln statt unter Süßwasser-Schonzeiten: Manche Länder schreiben ein Mindestmaß vor, und es können eine Angelerlaubnis, Fangbegrenzungen oder Einschränkungen für das Nachtangeln in Häfen gelten. Die Bestimmungen unterscheiden sich je nach Land und Region und ändern sich, prüfen Sie daher vor dem Angeln die aktuell gültigen Regeln für die konkrete Stelle. Shoalmap zeigt die geltenden Regeln für jedes Gewässer in der App.
Wo man Meeraal fängt
Gewässer, in deren Shoalmap-Angelbericht Meeraal genannt wird.
Mehr Meeraal-Gewässer in der App finden →Verwandte Arten
- AalAnguilla anguilla
Der nachtaktive, schlangenförmige Wanderer mit dem seltsamsten Lebenszyklus im Süßwasser.
- KabeljauGadus morhua
Das Kaltwasser-Schwergewicht von Nordsee, Ostsee und norwegischer Küste.
- WolfsbarschDicentrarchus labrax
Der silberne Räuber aus Brandung, Fels und Ästuar – Europas Küstenfisch Nummer eins.
- ZahnbrasseDentex dentex
Der blau gesprenkelte Räuber mit den Hundszähnen an den Kanten des Mittelmeers.
Häufige Fragen
Wie unterscheide ich Meeraal und Europäischen Aal?
Der Meeraal hat keine Schuppen, einen dickeren Körper und eine Rückenflosse, die direkt hinter den Brustflossen beginnt; beim Europäischen Aal setzt sie weit hinten an. Der Oberkiefer des Congers ist etwas länger als der Unterkiefer, beim Aal steht der Unterkiefer vor. Der Meeraal lebt zudem ausschließlich im Meer.
Wie groß werden Meeraale?
Vom Ufer gefangene Meeraale messen meist 60–130 cm bei 2–10 kg; Fische über 15 kg gelten als kapital, und von Wracks werden jedes Jahr Exemplare mit 20–30 kg gefangen. Als Maximum werden gewöhnlich rund 3 m und über 100 kg genannt.
Wann ist die beste Zeit zum Meeraalangeln?
Nachts, in den ersten Stunden nach der Dunkelheit, vom Ufer zwischen spätem Frühjahr und Herbst. Bootsangler fangen Meeraale an Wracks das ganze Jahr über, wobei Herbst und Winter oft die größten Fische bringen.
Welcher Köder ist der beste für Meeraal?
Frischer, öliger Fisch: eine ganze Makrele oder ein Makrelen-Flapper, Kalmar, Sepia oder eine große Sardine bzw. ein Filet. Frischer Köder, der ruhig am Grund neben Felsen oder einem Wrack liegt, fängt besser als alles andere.
Ist der Umgang mit dem Meeraal gefährlich?
Ja. Er hat kräftige Kiefer und scharfe Zähne, bleibt außerhalb des Wassers lange lebhaft und kann auch lange nach der Landung noch heftig zubeißen. Nutzen Sie eine lange Zange oder kappen Sie das Vorfach nahe am Haken, halten Sie die Hände vom Kopf fern und fixieren Sie den Fisch mit einem dicken Tuch.
Meeraal in Ihrer Nähe finden
Shoalmap durchsucht jedes Gewässer mit Bericht in Ihrer Umgebung nach Meeraal, bewertet die heutigen Fangchancen und zeigt die geltende Schonzeit und das Mindestmaß.
Meeraal-Gewässer suchenDie Angelinformationen stammen aus öffentlichen Quellen und KI-gestützter Recherche und sind nur Anhaltspunkte. Prüfen Sie vor dem Angeln immer die aktuellen örtlichen Vorschriften.