Schwarzer Zwergwels
Der kleine, stachelige, invasive Katzenwels aus Amerika, der auf fast alles beißt.
Der Schwarze Zwergwels ist ein kleiner nordamerikanischer Katzenwels, der Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa gebracht wurde und seither Teiche, Kanäle und träge Flüsse im Donauraum, in Deutschland, Ungarn und auf dem Balkan besiedelt hat. Angler sehen ihn zwiespältig: Er ist ein invasiver Schädling, der heimische Arten verdrängt, zugleich aber der am leichtesten zu fangende Wels und ein idealer Einsteigerfisch für Kinder.
Zwergwels · Schwarzer Katzenwels · Katzenwels · Amerikanischer Zwergwels · Zwergwaller · Bullhead
Steckbrief
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So erkennen Sie ihn
Ein gedrungener, schuppenloser Wels mit breitem Kopf, kleinen Augen und acht Barteln: vier am Kinn, zwei in den Maulwinkeln und zwei auf der Schnauze. Der Rücken ist dunkelbraun bis schwarz, die Flanken bronze- bis olivfarben, der Bauch gelblich bis weiß; die Kinnbarteln sind dunkel. Die Schwanzflosse ist gerade oder leicht eingekerbt, nie gegabelt, hinter der Rückenflosse sitzt eine kleine Fettflosse. Brust- und Rückenflosse tragen je einen scharfen, feststellbaren Stachel, der die Haut durchsticht. Der junge Wels hat nur sechs Barteln und keine Stacheln; der Getüpfelte Gabelwels eine gegabelte Schwanzflosse und Punkte. Der Braune Zwergwels ist sehr ähnlich, hat aber stark gesägte Brustflossenstacheln und marmorierte Flanken.
Wo er lebt
Schwarze Zwergwelse gedeihen, wo andere Fische leiden: in flachen, schlammigen, verkrauteten Teichen, Altarmen, Nebengewässern, Entwässerungsgräben, Baggerseen, Fischteichen und in den trägen Randbereichen von Flachlandflüssen. Sie vertragen warmes Wasser, Sauerstoffmangel, Schlamm und Trübung und überleben selbst in Tümpeln, die im Sommer fast austrocknen – deshalb verbreiten sie sich so leicht über Hochwasser und Besatz. Als Grundfische stehen sie über weichem Schlamm nahe Schilfgürteln, versunkenen Ästen, Durchlässen und Zuläufen, meist in weniger als 2–3 m Tiefe. Wo sie sich etablieren, bilden sie dichte Schwärme handlanger, verbutteter Fische; in nahrungsreichen Gewässern mit Raubfischen werden sie größer, aber seltener.
Saison und Verhalten
Zwergwelse sind Warmwasserfische. Den Winter verbringen sie halb im Schlamm vergraben, fressen ab April, wenn das Wasser 12–15 °C überschreitet, und beißen am besten von Mai bis September bei den höchsten Wassertemperaturen. Die Laichzeit fällt in den Mai bis Juli bei 20 °C und mehr: Das Paar gräbt eine Nestmulde in Schlamm oder unter Wurzeln, die Eltern bewachen den Laich und führen die schwarze Wolke der Jungfische – ein Verhalten, das kein heimischer Fisch dieser Art zeigt. Gefressen wird vorwiegend in der Dämmerung und nachts mit Geruch und Tastsinn, doch in trübem Wasser und dichten Beständen beißen sie den ganzen Tag. Im Oktober lässt das Fressen nach und endet, sobald das Wasser unter etwa 10 °C fällt.
Angelmethoden
Spezialgerät ist nicht nötig. Eine leichte Posenrute mit 0,16–0,20 mm Schnur, einer kleinen Waggler- oder Stipppose und einem Haken der Größe 8–12, den Köder auf dem Grund oder knapp darüber, fängt Zwergwelse den ganzen Tag. Leichte Grund- oder Feedermontagen mit kleinem Blei und kurzem Vorfach funktionieren in Kanälen und Flüssen genauso gut; der Biss ist meist eine Folge von Zupfern, die in einen gleichmäßigen Zug übergeht. Fischen Sie am Schilf, unter überhängenden Ästen, an Durchlässen und Zuläufen und füttern Sie sparsam mit Fischmehl oder Brot, um den Schwarm zu halten. Behandeln Sie jeden Fisch vorsichtig: von oben greifen und die Brustflossenstacheln an den Körper drücken, oder Hakenlöser und Tuch benutzen. Wo die Art invasiv ist, verlangen die meisten Behörden, sie nicht lebend zurückzusetzen.
Köder und Kunstköder
Der Schwarze Zwergwels frisst fast alles, was riecht: Würmer sind Köder Nummer eins, gefolgt von Maden, Castern, Fischstücken, Hühnerleber, Käse, Frühstücksfleisch, Mais und Brotteig. Fischmehlpellets und Boilies für Karpfen nimmt er bereitwillig – deshalb treffen Karpfenangler ihn oft ungebeten. Ein starker Geruch zählt mehr als die Präsentation: Ein Madenbündel oder ein Stück Tauwurm am Grund bleibt nicht lange unberührt, wo Zwergwelse stehen. Kunstköder nimmt er selten, doch ein winziger Jig mit Wurmstück kann ihn fangen.
Tipps vom Ufer
- 01Legen Sie den Köder fest auf den Grund – Zwergwelse suchen mit Tastsinn und Geruch im Schlamm, nicht im Mittelwasser.
- 02Greifen Sie den Fisch von oben mit den Fingern hinter den Brustflossen, damit sich die Stacheln nicht in Ihrer Hand feststellen.
- 03Verwenden Sie Haken mit längerem Schenkel oder einen Hakenlöser; Zwergwelse schlucken den Köder tief.
- 04Befischen Sie warme, schlammige, verkrautete Teichecken und den Schatten überhängender Äste in der Dämmerung.
- 05Prüfen Sie in Gewässern, in denen die Art invasiv ist, die Regeln – das Zurücksetzen ist oft verboten, die Entnahme erwünscht.
- 06Eine Prise Fischmehl-Grundfutter oder ein paar zerdrückte Pellets holen binnen Minuten den ganzen Schwarm unter Ihre Pose.
- 07Wenn Zwergwelse ständig Ihren Karpfenköder klauen, wechseln Sie auf harte Köder und größere Haken oder auf tieferes Wasser.
Vorschriften
Der Schwarze Zwergwels gilt in den meisten europäischen Ländern seines Vorkommens als invasive gebietsfremde Art; er hat in der Regel weder Schonzeit noch Mindestmaß, und viele Vorschriften verbieten das lebende Zurücksetzen und den Transport in andere Gewässer. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land, Bundesland und Gewässer – prüfen Sie daher immer die aktuell gültigen Bestimmungen für die konkrete Stelle. Shoalmap zeigt die Regeln für jedes Gewässer in der App.
Wo man Schwarzer Zwergwels fängt
Gewässer, in deren Shoalmap-Angelbericht Schwarzer Zwergwels genannt wird.
Mehr Schwarzer Zwergwels-Gewässer in der App finden →Verwandte Arten
- WelsSilurus glanis
Der größte Süßwasserfisch Europas – ein nachtaktiver Riese tiefer, träger Flüsse.
- Getüpfelter GabelwelsIctalurus punctatus
Nordamerikas beliebtester Wels – ein nachtaktiver Gast in wenigen europäischen Gewässern.
- SonnenbarschLepomis gibbosus
Der prächtig gefärbte Einwanderer aus Nordamerika in Europas warmen Flachwasserzonen.
- GiebelCarassius gibelio
Der zähe, silbrige Allrounder, der jedes Flachlandgewässer im Donauraum füllt.
Häufige Fragen
Ist der Zwergwels beim Anfassen gefährlich?
Nicht ernsthaft, aber die scharfen Stacheln in Brust- und Rückenflosse durchstechen die Haut und verursachen eine schmerzhafte, gelegentlich entzündete Wunde. Greifen Sie den Fisch von oben mit den Fingern hinter den Brustflossen, nutzen Sie ein Tuch und reinigen Sie jeden Stich.
Wie groß werden Schwarze Zwergwelse?
In den meisten europäischen Gewässern bleiben sie klein, 15–30 cm und unter einem halben Kilo, weil sie verbutten. Fische von 40–45 cm kommen in nahrungsreichen Gewässern mit Raubfischen vor; als Maximum werden etwa 60 cm und rund 3 kg genannt.
Wie unterscheide ich den Zwergwels vom jungen Wels?
Barteln zählen und nach Stacheln tasten: Der Zwergwels hat acht Barteln und je einen scharfen, feststellbaren Stachel in beiden Brustflossen und in der Rückenflosse. Der Wels hat sechs Barteln, keine Stacheln und eine sehr lange Afterflosse, die fast bis zur Schwanzflosse reicht.
Kann man Zwergwelse essen?
Ja. Das Fleisch ist weiß, fest und mild; in Ungarn, Serbien und Norditalien werden Zwergwelse im Ganzen gebraten oder im Paprikaeintopf gegart. Häuten Sie die Fische vor der Zubereitung; wenige größere Fische aus sauberem Wasser sind die bessere Mahlzeit als viele verbuttete.
Warum sind Schwarze Zwergwelse ein Problem?
Sie vermehren sich schnell, bewachen ihre Brut, vertragen schlechtes Wasser und fressen Laich und Brut heimischer Fische, sodass ein kleiner Teich binnen weniger Jahre von Tausenden verbutteter Zwergwelse beherrscht wird. Deshalb führen die meisten Länder sie als invasiv und raten vom Zurücksetzen ab.
Schwarzer Zwergwels in Ihrer Nähe finden
Shoalmap durchsucht jedes Gewässer mit Bericht in Ihrer Umgebung nach Schwarzer Zwergwels, bewertet die heutigen Fangchancen und zeigt die geltende Schonzeit und das Mindestmaß.
Schwarzer Zwergwels-Gewässer suchenDie Angelinformationen stammen aus öffentlichen Quellen und KI-gestützter Recherche und sind nur Anhaltspunkte. Prüfen Sie vor dem Angeln immer die aktuellen örtlichen Vorschriften.